2000 Bananenlandwirte in Kanyakumari aus der Ausbeutung herausführen
Hilfsorganisation für indische Bauern im Juli 2007 in Eupen gegründet


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Umfangreiche Fotogalerien


Nützliche Links zum Projekt "Bananenfarmer Kanyakumari"

2. Bananenfarmer-Tag am 16. Januar 2010

Entwicklungsprojekt Bananenfarmer: Bericht für den Zeitraum August 2008 bis Januar 2009

Bananenfarmertag am 16. Januar 2009

Mitarbeiter der Vereinigung

Eigenes Düngermitteldepot gegen die Ausbeutung

1000 Mini-Kredite gegen die Ausbeutung

2000 Bananenlandwirte in Kanyakumari aus der Ausbeutung herausführen

Hilfsorganisation für indische Bauern in Eupen gegründet

Südindische Priester Muthu und Raj zu Gast in Ostbelgien


Spendenkonten

Kleine Spenden bitte auf das Konto der KBC 731-1002020-82.

Spenden ab 30 Euro (steuerlich absetzbar) auf das Konto der König-Baudouin-Stiftung: 000-0000004-04. Vermerk: "L82144 Bananenfarmer Kanyakumar"i.

Weitere Infos unter Tel. 087/744674, e-Mail: servais.fort@skynet.be oder auf der Website www.bananenfarmer.be.tc


2. Bananenfarmer-Tag am 16. Januar 2010 (Fotos)

Liebe Freunde,

Das Programm des Entwicklungsprojektes der Bananenfarmer unterstützt die Bananenfarmer  im Distrikt Kanyakumari und deren Familien in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Kuzhiturai Integral Development Social Services (KIDDS) ist ein offizielles soziales Entwicklungsorgan der Diözese Kottar. Unser Bischof Rev. Peter Remigious ist sehr daran gelegen, diesen  unterdrückten Menschen in unserem Distrikt zu helfen, ungeachtet ihrer Kaste oder Hautfarbe. Unsere Freunde der „Bananenfarmer Kanyakumari“ sind auch sehr daran interessiert, diese Menschen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Wir haben schon einiges an Verbesserungen erreicht.  Auch in der Zukunft ist noch viel zu tun, um die Entwicklung dieser Menschen voranzutreiben.
In den vergangenen Jahren haben wir, gemeinsam mit der Hilfe unserer Animatoren, die Dörfer unseres Distriktes erreicht und diese Bananenfarmer in kleinen Clubs zusammengeschlossen.  Im Laufe dieses Prozesses haben unsere Animatoren einiges erlebt, aber unsere Anstrengungen haben Früchte getragen.


Clubs, Zonen und Kooperativen
Wir haben nun rund 1900 Bananenfarmer in 95 Clubs vereint. Wir haben die Clubs in zehn Zonen gebündelt. Zudem haben sich diese Clubs zu einer Bananenfarmer-Kooperative auf Distrikt-Ebene zusammengeschlossen. Schon bald wird diese als von der Regierung rechtmäßig anerkannte Körperschaft eingetragen werden.

Kleine Ersparnisse und Minikredit
Innerhalb dieser Clubs haben wir die Farmer motiviert, kleine Beträge für die Zukunft zu sparen. Sie taten es und Ende Dezember 2009 hatten sie 4509370 Rupien (71732 Euro (62 Rupien = 1 Euro)) gespart.  Das gesparte Geld wurde auf Bankkonten eingezahlt. Die Clubs stellten den Mitgliedern dieses Geld zu einem niedrigen Zinssatz als Kredit zur Verfügung. Die Mitglieder sahen dies als große Hilfe an und zahlten ihre Kredite pünktlich zurück. Daraufhin kamen die staatlichen Banken auf die Clubmitglieder zu und gewährten ihnen Kredite, ohne Sicherheiten zu verlangen. Einige unserer Clubs machten von dem Angebot Gebrauch und freuen sich über das Erreichte. In 1466 Fällen  haben die Mitglieder 8458950 Rupien (136435 Euro) als Minikredit erhalten.  Sieben Clubs erhielten Bankkredite in Höhe von 684000 Rupien (11032 Euro). Dieses Geld kam 75 Farmern in Form eines Kredites zu. Dies ist ein großer Erfolg im Leben der Farmer.
Nachstehend einige Erfahrungen der Farmer:
Frau Mary Vasantha ist Mitglied des Vadivilai Clubs.  Sie hat eigenes Ackerland, auf dem sie Bananen anzupflanzen pflegte. Bevor sie Mitglied des Clubs war, entschied sie sich, das Land nicht mehr zu bewirtschaften und die Landwirtschaft aufzugeben. Dann stellte ihr der Club 5000 Rupien in Form eines Kredits zur Verfügung, um Bananen zu pflanzen. Mit diesem Geld pflanzte sie Bananenbäume. Nun lobt sie den Club und erklärt, dass sie ohne diesen Kredit die Landwirtschaft aufgegeben hätte.
Herr Sangara Narayanan ist Mitglied des Mylode Clubs. Er erhielt einen  Kredit über 10000Rupien. Er nutzte das Geld, um Dünger zu kaufen und  Pachtbeträge zu zahlen.  Hätte der Club ihm das Geld nicht zur Verfügung gestellt, hätte er es anderswo zu einem höheren Zinssatz leihen müssen.
Herr Bonifus ist Mitglied des Koottamavu Clubs. Er hat drei Kinder, die an Kollegs unterrichtet werden. Für ihre Ausbildung gibt er viel Geld aus. Gleichzeitig benötigte er Dünger für seine Bananenpflanzen. Er hatte sich bereits Geld bei Menschen aus seiner Umgebung geliehen und so war niemand mehr bereit, im einen Kredit zu geben. Sein Club stellte ihm 15000 Rupien zur Verfügung und er verwendete das Geld für die oben genannten Zwecke. Herr Bonifus war dem Club sehr dankbar. Er fügte hinzu, dass er nach Rückzahlung dieses Kredits einen weiteren in Anspruch nehmen wolle, um weitere Bananenbäume zu pflanzen und so die Erträge zu steigern und seine Bedürfnisse zu befriedigen.
Herr Varuvel ist ebenfalls Mitglied des Koottamavu Clubs.  Er hat sich schon immer auf den Bananenanbau konzentriert. Er erhielt 1100 Rupien als Kredit. Mit diesem Geld kaufte er eine Kuh. Auf diese Weise erhält er Milch für seine Familie und Kuhdünger für seine Bananenpflanzen. Die Bananenblätter verfüttert er an seine Kuh. Herr Varuvel ist sehr glücklich über seine neue Unternehmung. Dafür dankte er dem Club.
Herr Francis ist Mitglied des Adapuvilai Clubs. Er hatte kein Geld, um Bananen-Setzlinge zu kaufen. Niemand war bereit, ihm einen Kredit zu gewähren. Vorsichtig fragte er bei dem Club an, ob man ihm einen Kredit zuteilen würde. Ohne Zögern stellte ihm der Club 5000 Rupien zur Verfügung. Nun hat sich seine Lage verbessert. Er sagte, dass es nach der Gründung des Clubs nun vielen möglich sei, Kredite zu einem niedrigen Zinssatz zu erhalten.
Dies sind einige Beispiele, die zeigen, dass unsere Bereitstellung von Minikrediten den Bananenfarmern hilft, sich den großen Geldverleihern zu entziehen und Kredite ohne Sicherheiten zu erhalten.  Es gibt noch viele solcher Beispiele.

Wissensvermittlung
Während der Clubversammlungen informierten unsere Animatoren die Farmer über die landwirtschaftliche  Entwicklungen und neue Landwirtschaftsmethoden. Es fand ein reger Austausch über diverse Probleme und Themen statt. All dies hat den Farmern geholfen, ihr Wissen über die landwirtschaftliche Entwicklung zu vertiefen.
Mit der Hilfe des nationalen Landwirtschafts-Forschungs-Zentrums haben wir die Farmer bezüglich der verschiedenen Landwirtschaftsmethoden weitergebildet.  Dies hat den Farmern dabei geholfen, sich weiteren Wissensquellen zu nähern und weitere Informationen zur Landwirtschaft zu erlangen.
In einem Dorf waren viele Bananenbäume von einer Krankheit befallen. Die Mitglieder des Themanoor Clubs waren davon am meisten betroffen. In einer Clubversammlung tauschten sie sich über die Auswirkungen dieser Krankheit aus.  Allerdings gelang es ihnen nicht, herauszufinden, um welche Krankheit es sich handelte. So beschlossen sie, einen befallenen Baum zu fällen und beim   Landwirtschafts-Forschungs-Zentrum um Rat zu fragen. Dort wurden ihnen Möglichkeiten aufgezeigt, um die anderen Bananenbäume vor der Krankheit zu schützen. Die Farmer waren sehr dankbar für die Hilfe des Forschungs-Zentrums.

Stärkung des eigenen Wohlergehens
In vielen Fällen war es den Farmern unseres Distrikts unmöglich, in den Genuss staatlicher Begünstigungen zu gelangen. Die Farmeridentitätskarte, Standgebühren auf dem Markt,  subventionierter Dünger, Versicherungsentschädigung bei Ernteausfällen usw. sind einige Bereiche, in denen den Menschen eine gerechte Behandlung versagt blieb. Die vielen Farmer, die am ersten Farmertag teilgenommen hatten, wussten um ihre Stärke. Mit dieser Kraft fordern sie nun die Regierung auf, ihnen  staatliche Unterstützung zukommen zu lassen. In vielen Fällen gewinnen die Farmer nun an Stärke. Nachfolgend einige Beispiele:
Die Farmer der Zone Vattam, die einen öffentlichen Markt in Thuckaly nutzen, wurden von den Steuereintreibern zur Zahlung überhöhter Standgebühren aufgefordert. So wandten sich die Farmer gemeinsam an die Regierung, um die Veröffentlichung der offiziellen Tarife und ein Gesetz zur Zahlung von Standgebühren zu verlangen. Daraufhin bedrohten die Steuereintreiber die Farmer und verlangten von ihnen, die Beschwerde zurückzuziehen. Doch die Farmer blieben standhaft. Nach einem langen Kampf brachten die Steuereintreiber eine Tafel mit einer sehr hohen Standgebühr an. Wieder wandten sich die Farmer an die Regierung. Diese zwang den Eintreiber, vorschriftsmäßig zu handeln. In diesem Jahr hat sich noch kein Eintreiber bereit erklärt, die Standgebühren für diesen Markt einzusammeln.  Nun sieht sich die Regierung in der Situation, die Standgebühren direkt einzutreiben – mit der offiziellen Anschlagstafel und per Gesetz. Dies ist ein großer Erfolg für die Farmer. Sie werden jetzt eine angemessene, niedrige und von der Regierung festgelegte Standgebühr zahlen.

Vermarktung von Bananenprodukten
Wir fordern die Regierung fortlaufend auf, eine feste Menge für Bananen festzulegen und Bananen an unterschiedlichen Orten zu kaufen, um den Farmern die Möglichkeit zu geben, ihr Produkt zu einem besseren Preis zu verkaufen. Allerdings kommt die Regierung dieser Aufforderung nicht nach. Wir glauben, dass die indische Wirtschaft sich dem liberalisierten Marktsystem anpasst.  Im Moment reagiert die Regierung nicht positiv auf unser Anliegen. Aus dieser Situation heraus und um das Wohlergehen der Farmer zu verbessern, müssen wir eine Infrastruktur zur Vermarktung der Bananenprodukte mit der erforderlichen Technologie erschaffen. Als erstes werden wir eine kleine Fabrik errichten, um Produkte wie Bananenchips, Bananenblüten-Pickles, Bananensüßigkeiten aus dem Stamm, Bananenfeigen und Bananenriegel herzustellen. Wir haben einen Ort ausfindig gemacht, um die Produktionsstätte zu errichten und die Produkte innerhalb des ersten Jahres in unserem Staat Tamil Nadu zu vermarkten. Wir haben die Maschinenhersteller aufgefordert, die zur Verarbeitung dieser Produkte benötigten Maschinen bereitzustellen. Sie haben den Werksplan geschickt.
Wir hoffen, dass diese Fabrik den Farmern in der Zukunft helfen wird, einen höheren Ertrag aus jedem Teil  ihrer Bananenbäume  und –früchte zu erzielen.
Nun kontaktieren wir die Exporteure, um die Bananen in arabische Länder auszuführen. Ich hoffe, unsere Suche wird bald von Erfolg gekrönt sein.  Wir müssen gute Marketingstrategien bezüglich dieser Bananenprodukte entwickeln, um den Farmern zu helfen.

Technologie und Informationsvermittlung
Die gesamte Ökologie unterzieht sich derzeit einem Wandel. Es regnet immer seltener. Daher trocknen die Wasserreservoire wesentlich schneller aus als in früheren Zeiten. Dies hat Auswirkungen für die Bananenbäume. Nun müssen wir lernen mit den stattfindenden Veränderungen umzugehen und  Wege finden, sparsam mit Wasser umzugehen, ohne die Bananenbäume zu gefährden. Die existierenden Technologien wie z.B. Berieselungsanlagen scheint die für unsere Situation in Frage kommende Lösung zu sein.
Zudem müssen wir den Ertrag nach Bananensorte messen. Wir planen die Gründung eines Dokumentations-Zentrums, um Naturkatastrophen, Schädlingsbefall, Ernteerträge, Niederschlag, Marktpreis pro Kilo Bananen nach Sorte sowie  durch die Regierung erlassene Richtlinien in Bezug auf die Landwirtschaft usw. aufzuzeichnen. Die gesammelten Informationen werden dazu genutzt, die Veränderungen in der Landwirtschaft auszuwerten und Strategien auf diesem Gebiet zu entwickeln.

Ernteversicherungsentschädigung
Dies wird zu einem immer größeren Problem für die Farmer. Die Regierung vertritt immer noch die Ansicht, dass eine Ernteversicherungsentschädigung nur dann bewilligt wird, wenn von den Auswirkungen hunderte Hektar der Ernte betroffen sind. Die Regierung erhält Geld von den Farmern für eine Ernteversicherung. Trotzdem erkennt die Regierung es nicht als Ernteverlust an, wenn die Farmer Bäume verlieren. Wir fordern die Regierung fortlaufend auf, jeden Baum als Vermögenswert zu betrachten und auch dann eine Entschädigung zu zahlen, wenn der Farmer einen Baum verliert.

Soziale  Absicherung für die Farmer
Nach derzeitiger Lage erhalten die Farmer keine Beihilfen, selbst wenn sie über 60 Jahre alt sind. Manchmal ist es Mitleid erregend, zu sehen, dass Farmer arbeiten müssen, bis sie sterben. Die Regierung hat Beihilfen angekündigt. Doch oft können die Farmer davon nicht profitieren. Es gibt zum Beispiel eine Altersversorgung für über 60-jährige Farmer. Jedoch gibt es eine Bedingung, die besagt, dass ein Farmer, der Land oder anderes Vermögen in Höhe von mehr als 5000 Rupien besitzt, zum Erhalt dieser Altersversorgung nicht berechtigt ist. Aufgrund des Landbesitzes wird kaum ein Farmer in den Genuss dieser Beihilfe kommen. Wir fordern die Regierung auf, eine Altersvorsorge für die Farmer zur Verfügung zu stellen. Es gibt neue Vorschläge von Seiten unserer Farmer, um denen zu helfen, die in Not sind. Wir werden uns noch näher mit diesem Thema beschäftigen und später  darüber informieren.
Wir sind aus dem Nichts gestartet und haben die wesentliche Entwicklung der armen Bananenfarmer vorangetrieben. Während der vergangenen zwei Jahre haben wir durch unseren Zusammenhalt einiges erreicht. Vor uns liegt noch ein weiter Weg. Ich hoffe, wir werden das angestrebte Ziel bald erreichen.

Möglichkeiten eröffnen
Eine gute Neuigkeit ist, dass unser Bezirksregierung eine Föderation aller Kooperativen von Kulturpflanzen-Produzenten plant. Zu ihrer ersten Versammlung hatten sie unser Bananenfarmer- Programm eingeladen  und uns gebeten,  über unsere Methodik und unseren Erfolg durch die Gründung einer Bananenfarmer-Kooperative zu berichten. Alle würdigten unser Engagement. Morgen (24. März) findet die zweite Versammlung für die fünf ausgewählten  Kooperativen statt. Unter ihnen befindet sich die Bananen Farmer Kooperative. Dies wird uns sehr helfen. Ich werde weitere Details zum Fortschritt dieses Netzwerkes senden.


Interview mit Fr. Michael Raj - 11.10.09

Koordinator
des  Entwicklungsprojektes  der Bananenfarmer in Kanyakumari / Südindien
ZWEIJAHRESBILANZ UND AUSBLICK
Überblick der Fragen an Fr. Michael Raj

1. Frage:
 Was hat sich im Leben der Bananenfarmer in ihrem Distrikt Kanyakumar  seit dem Start des Projektes in 2007  verändert?
2. Frage:
In 2007 hatten Sie einen MICROKREDIT- PLAN ausgearbeitet, der verschuldeten Farmern mit einem Kredit von 91 € in drei Jahren helfen sollte sich von den Kredithaien unabhängig zu machen. Wie steht es nun um diese Kredite?
3. Frage:
Wie ist jetzt die finanzielle Lage der Farmer?
4. Frage:
Wie steht es mit dem Depot für Düngermittel, das im November 2008 dringend von der BFDP gegründet werden sollte, damit die Farmer dort Dünger zu fairen Preisen einkaufen können?
5.Frage:
Eine Bananenchips-Fabrik soll gebaut werden. Welche sind die verschiedenen Etappen und der Zeitplan für dieses Unternehmen? Was wird dabei der Erlös der Lasagne – Verkaufs – Aktion der Ministranten Ostbelgiens möglich machen?
6.Frage:
Es ist bewundernswert, was alles in zwei Jahren bisher erreicht worden ist. Wie wird es nun weiter gehen? Welche weiteren Ziele streben Sie jetzt an? Haben Sie bereits einen Zeitplan vor Augen?

Folgende DVD Filme illustrieren Teile dieses Interviews:
- RASHI: illustriert die Notlage der Farmer vor dem Beginn des Projekts,10Min (2007) 
- Die Banane – vom Anbau bis zur Ernte, einschließlich der Gefahren, 20Min (2008)
- Empfang der ostbelgischen Delegation in der BFDP Zentrale, (November 2008)
- Die feierliche Eröffnung des Düngermittel-Depot durch den Bischof der Diözese
  (Januar 2009)
- Der Bananenfarmer Tag (Januar 2009)
- Was das Projekt erreicht hat seit 2007, spontane Zeugnisse von Bananenfarmern
  20Min, ( Oktober 2009)
Zahlreiche Presseartikel der verschiedenen ostbelgischen Medien u.a.
- Viele Presseartikel, die auch auf folgender Website veröffentlicht wurden:
   www.bananenfarmer.be.tc/
- Zwei Ausgaben (farbige Collagen) des „Kinderechos“ über das „Leben in
     Kanyakumari“ in der Tageszeitung des Grenz-Echo.


1. Frage:
Was hat sich im Leben der Bananenfarmer in ihrem Distrikt Kanyakumari  seit dem Start des Projektes in 2007 verändert?

FR Michael RAJ:
Ich sehe in der Tat einige sehr wichtige Veränderungen!
Aber damit sie die Tragweite der Veränderungen verstehen, möchte ich vorerst daran erinnern, dass es in unserem Distrikt ca 70.000 Farmer gibt. Davon sind etwa 60 % Bananenfarmer, also ungefähr 42.000. Sie fußen sich beim  Bananenanbau seit Generationen auf die  Erfahrungen ihrer Väter. Dabei stehen sie jedoch täglich vor folgenden  Problemen, die sie allein nicht lösen können:

  1. Vor 2007 war jeder Farmer auf sich selbst gestellt. Die Farmer bildeten keine Gemeinschaft.
  2. Sie kamen nicht in den Genuss der sozialen Zuwendungen seitens der Regierung.
  3. Wucherzinsen der privaten Kredithaie stürzten sie immer wieder in große Schulden.
  4. Sie hatten keine schriftlichen Pachtverträge die nötig sind, um überhaupt in den Genuss von Regierungshilfen zu kommen.
  5. Der Farmerausweis wurde ihnen verwehrt. Dieser Ausweis könnte  ihnen gewisse Vorteile bringen.
  6. Ihre Kenntnisse der Landwirtschaft waren und sind zum Teil auch heute noch nicht auf dem letzten Stand der technischen Entwicklung.
  7. Sie konnten und können zum Teil auch heute noch nicht  genügend Dünger zu einem fairen Preis kaufen.
  8. In 2007 gab es keine Versicherung für die Bananenstauden. Bei Naturkatastrophen kommt nur selten jemand für den Schaden auf.
  9. Es gibt keinen fairen Markt, um die Bananen zu einem fairen Preis zu verkaufen.

Diese Probleme der Bananenfarmer hat KIDSS - die kirchliche Entwicklungsorganisation in unserer Region - identifiziert und beschlossen, den Bananenfarmern zu helfen. So entstand 2007 das jetzige Entwicklungsprogramm für die Bananenfarmer.

Auf diesem Hintergrund werde ich ihnen nun die wichtigsten bisherigen Veränderungen im Leben unserer Bananenfarmer in Kanyakumari skizzieren

Dank der finanziellen Unterstützung aus Ostbelgien konnte unser Projekt 10 Animatoren (3 Frauen, 7 Männer) einstellen.   Mittlerweile sind sie auch sozial abgesichert dank dieser Unterstützung. Diese Animatoren haben von 2007 – 2009  die Farmer im Rahmen dieses Entwicklungsprogramms zu Hause besucht und die Interessierten in Clubs (vergleichbar mit hiesigen Studienkreisen des Bauernbundes) vereinigt. Zur Teilnahme an einem Club stellen wir drei Bedingungen: erstens: einen kleinen Mitgliedsbeitrag (5 Rupien/Monat- 0.077 €) bezahlen -  an den wöchentlichen Versammlungen und Weiterbildungen teilnehmen und drittens: jede Woche kleine, wenn auch minimale Ersparnisse in die Gruppenkasse zahlen. Jeder Club wählt einen Präsidenten, einen Schriftführer und einen Kassierer und eröffnet ein eigenes Konto bei der Nationalbank. Auf dieses Konto zahlt der Kassierer der Gruppe regelmäßig den Beitrag und die Ersparnisse ein. Jeder Animator betreut 10 Clubs. In jedem Club treffen sich +/- 20 Bananenfarmer. 
Bis heute konnten die Animatoren 1800 Bananenfarmer in 94 Clubs  vereinen. Diese Clubs sind in zehn Zonen föderiert und diese wiederum auf Distriktebene.  Am 16.. Januar 2009 wurden die Farmer zum ersten Mal zu einem FARMERTAG eingeladen. Knapp 1000 Farmer waren anwesend. Mit Genugtuung sage ich heute: Das ist der beste Beweis dafür, dass wir die Farmer vereinen konnten. Seit diesem Treffen sind die Farmer ein autonomer Zweig der KIDDS und nennen sich   „BANANAFARMER  DEVELOPMENT  PROGRAMM -  BFDP“
Diese Solidarisierung von 1800 Farmern ist in meinen Augen eine der wichtigsten Veränderungen im Leben dieser Farmer, denn nur dadurch wurden andere Veränderungen, die ich gleich erwähnen werde, erst möglich. u.a. mehr Wertgefühl und selbstsicheres Auftreten.
 
In den Clubs informieren die Animatoren die Mitglieder über angekündigte Hilfen der Regierung. Ein Beispiel: die Regierung von Tamil Nadu (Ostküste Südindiens), kündigte eine kostenlose Krankenversicherung für die arme Bevölkerung dieser Region an. Hierfür organisierte die Regierung ein Interview. Sobald wir diese Information erhielten, haben wir alle unsere Farmer informiert, damit sie an diesem Programm teilnehmen konnten. Viele haben teilgenommen und warten jetzt auf ihre Versicherungskarte. So helfen wir den Farmern in ihren Fragen bezüglich der sozialen Sicherheit.
Was den Bananenanbau anbetrifft, haben wir in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium Weiterbildungen für unsere Farmer durchgeführt.

Ich muss schon betonen: ohne dieses Projekt und ohne die Unterstützung aus Ostbelgien wäre die Lage der Farmer wie vor 2007 mit den oben beschriebenen Problemen.

 

2. Frage
    In 2007 hatten Sie einen MICROKREDIT- PLAN ausgearbeitet, der verschuldeten Farmern mit einem Kredit von 91 € in drei Jahren helfen sollte, sich von den Kredithaien unabhängig zu machen. Wie steht es nun um diese Kredite?

Fr Michael RAJ.
Auch hier gibt es wichtige und neue positive  Entwicklungen.
Sie müssen wissen, dass in unserer Region sehr oft die FRAUEN sich um die Finanzen der Familie kümmern. Das ist eine Tradition bei uns. Die Frauen bilden sogar oft Gruppen unter sich, um sich gegenseitig zu unterstützen. Und wenn überhaupt, dann erhalten diese Frauengruppen manchmal Kredite von den Banken, aber selten die Männer.
Bei unserem ersten Besuch in Eupen in 2007 waren Fr. Anthony Muthu und ich selbst überzeugt, dass die MÄNNER in unseren Klubs – auf diesem Hintergrund des Misstrauens der Banken den Männern gegenüber (oft Alkoholprobleme) - niemals von den Banken Kredite bekämen, um sich aus dem Teufelskreis der Kredithaie zu befreien. Für uns gab es damals nur einen Weg, ein eigenes Mikrokreditsystem zu entwerfen und unsere Freunde in Eupen zu bitten, einen eigenen Kreditfond für die FARMER zu entwerfen. Deshalb baten wir unsere Freunde in Eupen, einen Kreditfond für die Farmer zu erstellen, aus dem die Farmer dann Mikrokredite erhalten könnten. Aber das Leben vor Ort orientierte uns in eine andere Richtung.

Mikrokredite aus der Gruppenkasse des Clubs.
Kurze Zeit nach unserer Rückkehr aus Eupen haben die Erfahrungen in den Clubs unsere eigene Konzeption überholt. Und das ging so. Unser Angebot an die Farmer - sich in einen Club einzuschreiben, an Weiterbildungen teilzunehmen, einen Mitgliedsbeitrag und monatliche Ersparnisse auf das Solidaritätskonto des Clubs einzuzahlen – dieses Angebot hatten die Farmer komplett bejaht. Jeder Club hatte nun etwas Geld – wenn auch nur wenig. Und sie hatten unsere Grundeinstellung zum Projekt verstanden, nämlich dass keiner zu einem Club gehen soll, um dort Geld geschenkt zu bekommen. Dann geschah Folgendes: ein bestimmter Club aus einem Dorf stellte uns vor folgende Situation: „Ein Mitglied unseres Clubs ist in großer Not. Sollen wir, dürfen wir aus der Clubkasse ihm einen  kleinen Geldbetrag, sozusagen als Mikrokredit geben mit der Verpflichtung, dass diese Rupien mit vertretbaren Zinsen an die Clubkasse zurückgezahlt werden. Wir Gruppenmitglieder achten auf die Rückzahlung.“ Wir haben zugesagt. Dieses Ereignis hat Signalbedeutung bekommen für viele andere Clubs. Mittlerweile  sparen alle Mitgliedsfarmer 100 Rupien (zirka 1.60 €) oder mehr pro Monat. Nach sechs Monaten konnten wir alle Clubs einladen, solche Mikrokredite von ihren eigenen Ersparnissen der Gruppe zu gewähren. Das haben sie gemacht und so konnten ab dann die Farmer kleine Geldsummen als Mikrokredite von ihren Clubs erhalten. So ist die Initiative eines Clubs zum Modell geworden. Das ist eine weitere wichtige Veränderung im Leben der Farmer und zeigt die Stärke der Farmerclubs.

Mikrokredite von Banken an die Clubs.
Nach 18 Monaten motivierten wir die Farmer dazu, auch als Club Minikredite bei den Banken inklusive bei der Staatsbank anzufragen, wo sie ihr Konto haben. Von diesen Banken erhielten daraufhin einige Clubs kleine Darlehen. Die Banken hatten die Ernsthaftigkeit der Kreditanfragen seitens der Clubs beobachtet. Für die Banken ist neu, dass die Gruppe die Bürgschaft übernimmt. Vorher war jeder Farmer nur auf sich selbst gestellt und erhielt nur Absagen seitens der Banken.
 
Mikrokredite aus dem ostbelgischen Kreditfond.
Einige wenige Banken sind noch nicht bereit, den Farmern Mikrokredite zu verleihen.  Wenn Staatsbanken zögern, unterstützen wir als Organisation diesen Club bei seiner Anfrage. Wenn dann eine Bank Anträge eines Clubs weiterhin ignoriert, trotz der Bürgschaft seitens des Clubs, dann hilft unsere Organisation BFDP mit einem Mikrokredit aus dem Kreditfond, den die Spender aus Ostbelgien angelegt haben und der nun als eiserne Reserve für Notfälle bereit steht.
 
Zu Ihrer Frage also kurz zusammengefasst: unser – von Fr. Anthony Muthu und mir selbst – in 2007 erdachtes Mikrokreditsystem – ist vom Leben und den Entwicklungen des Projekts selbst überholt worden. Gott sei Dank, denn die Farmer haben dadurch erfahren, wie  wichtig Solidarität in ihrem Leben ist und wie sie funktionieren kann.

 

3. Frage
Wie ist denn jetzt die finanzielle Lage der Farmer?

Fr. Michael Raj:
Es ist noch nicht genügend Zeit verstrichen, um die revolutionären Auswirkungen dieses Systems voll zu erfassen. Aber wir wissen jetzt schon, dass diese Entwicklungen im Bereich Mikrokredite den Farmern geholfen haben, ihre Schuldenlast bei den privaten Geldverleihern, die Wucherzinsen verlangen, zu reduzieren oder vielleicht sogar zu tilgen. In Kürze werden wir die Schuldenlage der Farmer erneut untersuchen. Im Schnitt hat jeder der 1703 Farmer von Juni 08 bis Juni 09 durchschnittlich 26,88 € gespart.

Diese Entwicklung zeigt, dass die Farmer immer vertrauensvoller und selbstbewusster zusammen arbeiten und sich selbst gegenseitig helfen bei der Lösung ihrer Probleme. Das ist Hilfe zur Selbsthilfe.
Dazu noch zwei Beispiele die aber auch mit ihrer Frage nach der aktuellen finanziellen Lage zu tun haben:

 

THEMA STANDGEBÜHREN AUF DEM MARKTUND DIE FARMERIDENTITÄTSKARTE.

Erstes Beispiel: THEMA STANDGEBÜHREN AUF DEM MARKT:
Die Farmer müssen  Standgebühren auf dem Markt bezahlen, um ihre Bananen verkaufen zu dürfen. Die Verwaltung überlässt privaten Steuereintreibern das Einholen dieser Gebühren. Der private Steuereintreiber muss normalerweise die verschiedenen Tarife auf einer offiziellen Anschlagtafel am Marktplatz veröffentlichen. Dies tun die meisten jedoch nicht und kassieren das Standgeld nach eigenem Gutdünken.
Am Farmertag beschlossen die Farmer, sich an die Regierung zu wenden, die Veröffentlichung der offiziellen Tarife zu verlangen und auf faire Tarife zu bestehen. Sie forderten von der Distriktverwaltung, das Notwendige zu veranlassen.  Viele Agenten folgten der Aufforderung. Aber auf einem großen Markt  weigerte sich ein Agent, dies zu tun. Zusätzlich machte er die Namen der Präsidenten der Clubs ausfindig, die die Klage gegen ihn eingereicht hatten.  Die Farmer und den Animator erhielten Morddrohungen! Die Farmer ihrerseits berichteten  gemeinsam der Regierung von dem Vorfall. Diese führte eine Untersuchung durch. Der Projektleiter, Fr Michael Raj, die Farmer und deren Animatoren durften ihre Anliegen vorbringen. Jetzt warten alle darauf, dass diese  Informationstafeln mit den fairen offiziellen Tarifen wirklich überall angebracht werden.

Zweites Beispiel: Die FARMERIDENTITÄTSKARTE
Vor 7 Jahren sind „Farmeridentitätskarten“ von der Regierung ausgegeben worden. Dieser Ausweis gibt Anrecht auf kleine Vergünstigungen: zum Beispiel Schulgeld für die Kinder der Farmer, Mutterschaftsgesundheitsfürsorge für die Farmerfrauen, usw. Diesen Ausweis erhielten bisher nur einflussreiche Leute. Die meisten Bananenfarmer erhielten sie nicht. Einzeln versuchten sie zu ihrem Recht zu kommen, was ihnen aber nicht gelang. Gemeinsam als BFDP haben unsere Farmer sich wieder und wieder mit ihrer Forderung an die Regierung  gewandt. Momentan erhält einer nach dem anderen diese Identitätskarte. Dies ist eine große Errungenschaft.

Zusammengefasst: Durch ihr gemeinsames und selbstbewusstes Vorgehen haben die Bananenfarmer selbst schon mehrere ihrer eigenen Belange in Angriff genommen und dabei auch ihre finanzielle Lage  positiv verändert.

4. Frage
Wie steht es mit dem Depot für Düngermittel, das im November 2008 dringend von der BFDP gegründet werden sollte, damit die Farmer dort Dünger zu fairen Preisen einkaufen können?

Fr Michael Raj
Die Unterstützung aus Ostbelgien hat in der Tat die Eröffnung eines ersten Depots und den Start in die Praxis ermöglicht. Der Bischof selbst hat beider Eröffnung das Depot feierlich eingeweiht. Momentan betreut ein Animator in seiner Arbeitszeit die ersten Kunden. Aber leider sind wir bei dieser Initiative auf einige neue Probleme gestoßen. Zum besseren Verständnis dieser Probleme möchte ich zuerst kurz die Lage der Düngerverteilung in Indien skizzieren.

Indien und Düngermittel.
Es gibt in Indien für den Ankauf von Dünger einen Regierungsgroßhandel und den privaten Großhandel. Letzterer wird vom Regierungsgroßhandel kontrolliert. Beide Großhändler beliefern jeweilig Einzelhändler, bei denen dann Farmer einkaufen können. China liefert dem Großhandel die Rohmaterialien zur Herstellung von chemischem Dünger. Plötzlich, im Herbst 2008, verlangte China  Wucherpreise für das Rohmaterial, was sich natürlich preismäßig auf die gesamte Kette der Groß- und Einzelhändler bis hin zum Farmer auswirkte. Unsere Bananenfarmer konnten diese Preise nicht mehr bezahlen. So beschlossen wir, selbst Einzelhändler zu werden, und zwar im Anschluss an den Regierungsgroßhandel. Unsere Anfrage, als Organisation BFDP Einzelhändler beim Regierungsgroßhandel zu werden – und somit preisgünstig einkaufen zu können – wurde genehmigt, jedoch mit einer entscheidenden Einschränkung. Wir dürfen nicht als Einzelhändler den bei allen Farmern so beliebten „Factombas 20-20-0-13 Dünger“ beim Regierungsgroßhandel preisgünstig einkaufen und zu fairen Preisen verkaufen. Unser Depot verkauft also zu fairen Preisen mehrere Sorten Dünger, aber leider noch nicht den Factombas Dünger. Hier wäre gerade die interessante faire Verdienstspanne für unsere Farmer sehr interessant gewesen. Der private Groß- und Einzelhandel befürchtete wohl unsere Fair-Preis- Konkurrenz.
Das staatliche Depot (TANFED) wird uns diese Genehmigung geben, wenn wir drei volle Jahre auch anderen Dünger verkauft haben. Wir müssen also warten und kämpfen weiter. Wir  versuchen  durch Lobbying bei den Politikern etwas zu erreichen. Auch hoffen wir, bei Einsetzung unserer Kooperative eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen. Wir müssen also noch Geduld haben.
Fazit: Wenn wir die Genehmigung für Factombas erhalten, werden wir dank der damaligen weihnachtlichen Krisenunterstützung in 2008 zusätzliche Depots eröffnen, um die Anfahrtswege der Farmer beim Einkauf zu kürzen. Angedacht ist, bis zu 5 Depots zu schaffen.

Wie steht es mittlerweile um die VERSICHERUNGEN der Bananenfarmer?

Versichert sein ist sehr wichtig beim Bananenanbau. Die Regierung zieht zwar Versicherungsprämien bei den Farmern ein. Aber das Gesetz für Versicherungsentschädigung sagt, dass der Schaden durch Krankheit, Naturkatastrophen usw. eine GANZE Region betreffen muss und der Verlust muss größer sein als der Ertrag des Vorjahres, um Entschädigungen zu erhalten. Bei der bestehenden Landstruktur, können diese Gesetze nur helfen z.B. im Falle eines Tsunamis. Deshalb  haben wir beschlossen der Regierung von den lokalen und regional begrenzten Schäden zu berichten, wie unsere Bananenfarmer sie immer wieder erleben. Auch für diese lokalen Fälle muss es Entschädigungen geben. In einem unserer Clubs, zum Beispiel,  verloren fünf Farmer kürzlich 5000 Bananenstauden durch heftige Stürme. Die Clubpräsidenten berichteten dem Parlament und der Regierung sowie der Presse von diesen Schäden. Die Regierung nahm eine Ortsbesichtigung vor und schlug dann eine Entschädigung vor. Dies macht unsern Farmern Mut im Kampf um ihre Rechte.
 
Zusätzlich suchen wir auch die Zusammenarbeit mit den bestehenden Versicherungsgesellschaften. Wir hatten viele Diskussionen mit den staatlichen Versicherungsgesellschaften. Dabei mussten wir feststellen, dass sie überhaupt  keine Police für Bananenstauden haben. Jetzt warten wir darauf, dass die privaten Versicherungsgesellschaften eine solche Police für die Bananenstauden der Bananenfarmer aufstellen.  Diese Verträge müssen dann besprochen und festgelegt werden.

5. Frage:
Eine Bananenchips Fabrik soll gebaut werden. Welche sind die verschiedenen Etappen und der Zeitplan für dieses Unternehmen? Was wird dabei der Erlös der Lasagne – Verkaufs – Aktion der Ministranten Ostbelgiens möglich machen?

Fr Michael Ray:
Wir haben die Kenntnisse, um Bananenchips und andere Nebenprodukte zu produzieren. 4 Animatoren  folgten u.a dazu einer Weiterbildung in einem staatlich anerkannten Weiterbildungsinstitut.
Wenn ich zurückkehre, werde ich dem Bischof von dieser hoffnungsvollen Zusammenarbeit mit Ostbelgien für die Errichtung einer Fabrik berichten.

Für den progressiven Aufbau einer kleinen Fabrik zur Verarbeitung von Nebenprodukten sind folgende Schritte  in die Tat umzusetzen:
- die Kooperative rechtskräftig einsetzen;
- die  Genehmigung der Regierung anfragen;
- ein Gebäude mieten;
- die Produktionsstätte einrichten;
- das nötige Personal einstellen;
- das Marketing planen und in Gang setzen. Das heißt: Werbung in Radio und
  Fernsehen - Infoblätter drucken und verteilen - Kontakte mit den Großhändlern
  knüpfen.
- die Produktion starten.

Unsere Schätzung geht dahin, im ersten Jahr bis 100 Kilo Chips pro Tag zu produzieren. Im zweiten Jahr sollten wir 200 Kilo erreichen. Und im dritten Jahr 300 Kilo pro Tag.

Im Augenblick möchten wir die Produktion manuell starten und nur die Verpackung industriell abwickeln. Dies, weil wir am Anfang stehen und schon Chips auf dem Markt angeboten werden. Daher möchten wir auch zu Beginn nur kleine Mengen produzieren, aber unser Produkt in anziehender Verpackung und zu erschwinglichen Preisen dem Konsumenten anbieten. Später müssen wir die Chips auch zu entfernten Gebieten transportieren, wo Chips essen nicht üblich ist. Das erfordert sehr gute Marktstrategien.  Wenn wir später bei größerer Nachfrage die Produktion steigern müssen, werden wir auch den nötigen Maschinenpark anschaffen. Und das wird dann eine Menge Geld kosten.

Wir beginnen gleichzeitig mit der Produktion von fünf Nebenprodukten der Bananen. Bananenchips, Bananenblüten-Pickles und Bananenfruchtschnitten aus dem Stamm, sowie Bananenfeigen und Bananenriegel. Einige dieser Produkte sind neu auf dem Markt. Daher fangen wir auch hier  vorerst nur mit kleinen Mengen an und steigern die Produktion mit der Nachfrage. Die Werbung muss sehr anziehend gestaltet werden um den Markt zu gewinnen. Wir müssen auch eine Webseite für unsere Produkte eröffnen. Auch kleine Werbegeschenke zur Einführung werden vorgesehen.
 
Am Anfang werden 6 Personen beschäftigt. Später in Folge des Wachstums werden es mehr sein. Mit dieser Initiative können wir den Farmern neue Einkünfte ermöglichen. Den Farmern unserer Clubs kaufen wir  die nötigen Bananen ab, die zur Chips-Herstellung verwendet werden  Natürlich zu fairen Preisen. Die Farmer werden entdecken, dass die Bananenblüten und die Stämme  ebenfalls verwertet werden können. Das wissen die meisten Farmer selbst noch nicht.

Aus dem Erlös der Aktion der Ministranten werden der Start der Bananenchips-Fabrik und die Anschaffung der Verpackungsmaschine finanziert.

 

6. Frage:
Es ist bewundernswert, was alles in zwei Jahren bisher erreicht worden ist. Wie  wird es nun weitergehen? Welche Ziele streben Sie ab jetzt an? Haben Sie bereits einen Zeitplan vor Augen?

Fr Michael Raj:
JA, selbstverständlich. Das erste vorrangige Ziel des Projekts, nämlich eine Pilotgruppe von 2000 der vorhandenen 42.000 Bananenfarmer im Kanyakumari - Distrikt in Clubs zu versammeln, zu solidarisieren, weiterzubilden und ihnen mehr Wertgefühl und Selbstsicherheit zu vermitteln wird in Kürze verstärkt der Fall sein,  dank der Begleitung durch die 10 Animatoren. Diese sind mittlerweile fest angestellt und sozial versichert, dank der Unterstützung aus Ostbelgien.  Diese Begleitung muss permanent garantiert bleiben, denn sie ist der Motor dieses Entwicklungsprojektes.
Dazu gehört auch, dass die bis jetzt aufgebaute Struktur gestärkt wird; nämlich die „100 Clubs – in 10 Zonen gruppiert – und schließlich in einer Kooperative föderiert“  zum Wohl der eigenen sozialen Verantwortung der Bananenfarmer. Auch dieses Ziel  steht bereits auf festen Füßen.

Der Zeitplan könnte folgendermaßen aussehen:

1. Im Januar 2010 wird die Kooperative gegründet und in Kraft treten mit klaren Führungsprinzipien und gewählten Vertretern der Bananenfarmer. Die Statuten werden bereits aufgestellt. Diese Kooperative muss gestärkt werden, indem wir klare Verantwortungen übergeben und langfristig planen, damit sie eigenständig und gewinnbringend für die Bananenfarmer arbeiten kann.
 

2. Ebenfalls in 2010 muss die Vermarktung der Bananen gewinnbringender durch faire Preise für die Farmer ermöglicht werden.
 
Im Sommer 2010 wird nach und nach die eben erwähnte  Chips-Fabrik lanciert. Hier nutzen wir die Chance,  um bis jetzt nicht genutzten Bestandteile der Banane wie Blüte, Strunk usw. zu verarbeiten und zu vermarkten. Vier Animatoren (drei Frauen und ein Mann) haben ja zu diesem Zweck bereits eine Weiterbildung besucht (s.o).

Von dieser Fabrik erwarten wir 20% Gewinn. Dieser Gewinn wird für drei wichtige Bedürfnisse gebraucht. Erstens sollten wir sicherstellen dass die Farmer mehr Gewinn aus ihren Produkten erzielen, Daher sollten wir den Clubmitgliedern einen Teil des Gewinnes jedes Jahr zukommen lassen. Zweitens werden wir progressiv die Gehälter der Animatoren von dem Gewinn bezahlen. So wird ihre Arbeit weitergeführt,  selbst nach Ende unserer Zusammenarbeit mit Ostbelgien. Drittens sollte ein guter Teil  des Gewinns in die Fabrik investiert werden.

3. In 2011 soll ein kleines Testzentrum errichtet werden, um den Farmern zu helfen ihre Produktion zu steigern und noch mehr biologischen Anbau anzustreben. Dies wird weitere Überlegungen erforderlich machen, aber erst nach dem Start der  Fabrik.

Letztendlich sieht unser Zeitplan vor, dass eine Auswertungsstudie des gesamten Projekts gemacht wird.
Diese Auswertungsstudie wird voraussichtlich erstellt in den Monaten  Januar, Februar und März 2013. Das sind jedenfalls unsere Pläne.

 


2000 Bananenlandwirte in Kanyakumari aus der Ausbeutung herausführen

Hilfe für Bananenfarmer, eine positive Bilanz

Eupen

(von Lothar Klinges)

Sylus, ein 40-jähriger Bananenfarmer aus Kumarapuram in Kanyakumari an der südlichen Spitze Indiens begibt sich jeden Tag auf sein gepachtetes Land, um auf der Bananenplantage zu arbeiten. Der Vater von zwei Töchtern hat 1100 Bananenbäume gepflanzt und möchte seine Schuld von 28.000 Rupien abtragen. Deshalb bittet das Mitglied des örtlichen Clubs um eine Anleihe und um Hilfe bei der Vermarktung seiner Bananen.

Der Bananenfarmer Dhas, musste Land für den Anbau von Bananenstauden mieten, um seine Familie zu ernähren. Die Pacht musste er bezahlen, bevor er mit der Arbeit überhaupt beginnen konnte. Im März 2007 fand er alle seine Stauden von einem schweren Sturm zerstört. Unterdessen wollte der Geldgeber, dass er seine Schulden zurückbezahlt. In seiner Verzweiflung wollte Dhas sein 121 qm2 kleines Land verkaufen, aber dann hätte er auch keine Hütte mehr. So verdingte er sich bei anderen Landwirten und musste seine Kinder aus der Schule nehmen, da sie zur Ernährung der Familie beitragen mussten.

Das größte Problem in der Bauernbevölkerung ist die Verschuldung, bedingt durch die maßlosen Zinsen bei den lokalen Geldverleihern oder bei privaten Finanzinstituten. Die Bananen-Landwirte dieser Gegend sind in ihrem Beruf erfahren und versuchen auch die Nebenprodukte, wie Bananenchips, getrocknetes Bananenobst und Bananensäfte für den Export zu sichern. Jedoch erfordert der Bananenbau eine längerfristige Investition. Vor allem müssen die Bauern finanziell unabhängiger werden. Nicht selten zerstören Stürme und Plagen die Ernte der Landwirte, die für Schäden keinerlei Versicherung haben. Das Bildungsniveau der Menschen erlaubt es nicht, produktiv zu sein und aus dem Tagelöhnerverhältnis herauszufinden. Die Organisation KIDSS versucht seit einigen Jahren den Landwirten zu helfen, aus ihrer Not herauszufinden, da in den letzten vierzig Jahren keinerlei Initiativen gestartet wurden, das Land durch eine gute Bewässerung weiter kultivierbar zu machen und die Produktivität zu steigern.

Im Juli 2007 wurde in Eupen eine Vereinigung gegründet, mehr als zweitausend Bananenbauern mit ihren Familien im südindischen Kanyakumari eine neue Lebensperspektive zu eröffnen. Hierzu haben sich mehrere Personen aus Ostbelgien unter der Leitung von Christa und Ernst Servais-Fort zusammengeschlossen.

Die Initiative geht im Grunde auf die Eltern von Christa Servais-Fort zurück, die vor vielen Jahren einem jungen Menschen aus Südindien das Priesterstudium finanziell ermöglicht hatten. Ende vergangenen Jahres verbrachte das Ehepaar Servais drei Wochen in der Gegend des Priesters Anthony Muthu, mit dem der Kontakt auch nach dem Studium nie abgebrochen war. Bei diesem Aufenthalt lernten sie das Elend der Bevölkerung vor Ort kennen und die verschiedenen Initiativen, die gestartet wurden, den Menschen wieder eine neue Zukunft zu eröffnen.

Mit dem Gedanken im Herzen, den Indern helfen zu wollen, kehrten sie nach Eupen zurück und machten sich an die Arbeit, das von der katholischen Hilfsorganisation KIDSS (Kuuzhithurai Ingegral Development Social Services) erstellte Projekt zu unterstützen. KIDSS ist die für die Durchführung des Projektes verantwortliche Institution vor Ort.

Projekt
Das nun von KIDSS, in Kooperation mit der Eupener Vereinigung gestartete Projekt möchte sich einer armen Bevölkerungsgruppe annehmen, um die sich bis jetzt keine Organisation kümmert: die Bananenlandwirte. Sie leben über viele Dörfer verstreut und werden nun eingeladen, sich in „Bauerngruppen“ (vergleichbar mit den ostbelgischen „Grünen Kreisen“) pro Dorf zusammenzuschließen, damit sie sich durch Schulungen der Ursachen ihrer Ausbeutung durch Kreditgeber bewusst werden und ihre Chancen für die Verbesserung der Lage entdecken. Jeder Landwirt soll dazu motiviert werden, eigene kleine Ersparnisse anzulegen und bei einer zentralen Kreditunion einzuzahlen, die dann gewisse Anleihen an die Landwirte auszahlen kann. So kann der Teufelskreis der Verschuldung durchbrochen und eine nachhaltige Verbesserung der Lebensgrundlage erreicht werden. Die verschiedenen Dorfgruppen werden zu einer Kooperative zusammengeschlossen und eine Expertengruppe bilden, die sich um Marketingmöglichkeiten kümmert.


Die Farmer schöpfen neuen Mut und verteilen unter sich kleinste Minikredite

Bisher 1600 Farmer in 80 Studienkreisen vereint

Ende letzten Jahres kehrte eine Delegation der Eupener Vereinigung von einer dreiwöchigen Reise aus Südindien zurück Dort haben sie einen überaus herzlichen Empfang bei der südindischen Partnerorganisation des Entwicklungsprogramms für Bananenfarmer (BFDP) erfahren, die der kirchlichen Dachorganisation des Integrations-, Entwicklungs- und Sozialdienstes in der Diözese Kuzhithurai (KIDSS) angehört.

Wie die Vorsitzende der VoG „Bananenfarmer Kanyakumari“, Christa Servais aus Eupen, bestätigen konnte, ist es den einheimischen Animatoren gelungen, während eines Jahres tausendsechshundert von zweitausend angepeilten Farmern in 80 Studienkreisen (Clubs) in zehn Zonen zu sammeln. „Die Farmer schöpfen neuen Mut und verteilen unter sich kleinste Minikredite“, berichten die drei Ostbelgier.

Die erste Aktion der ostbelgischen Projektgruppe war es, das Gehalt von zehn Animatoren in Kanyakumari für fünf Jahre zu finanzieren, damit sie vor Ort Aufbauarbeit machen können. Nach einem Aufruf wurden 2007 fünfzig Paten in Ostbelgien gefunden.

Jeder Studienkreis hat ein eigenes Konto bei der Staatsbank. Dort wird das Geld einbezahlt. Wer in Not ist, bekommt aus der Gruppenkasse einen Minikredit. Die Gruppe sorgt dafür, dass dieser Kredit zurückbezahlt wird. Die Staatsbank, die noch vor einem Jahr keine Kredite ohne „Garantien" zahlte, beobachtet das Phänomen mit Interesse und erteilt nunmehr Mini-Kredite. Die Gruppe bürgt für die Rückzahlung. Erstaunlich, wie das von den Animatoren aufgebaute System und die ostbelgische finanzielle Unterstützung in kurzer Zeit große soziale Veränderungen gebracht hat. „Wir waren und sind vollauf begeistert und hatten oft die Tränen in den Augen. Wie haben alles in verschiedenen Gruppen miterlebt, alles lag offen und klar auf dem Tisch“, sagt Ernst Servais.

Aus den Spenden wurden 10 Animatoren engagiert, um die Bauern zu motivieren, sich in Studienkreisen zu versammeln, sich gegen die Ausbeutung zu wehren, ihre eigenen Probleme in die Hand zu nehmen, sich zu solidarisieren und weiterzubilden. „Das Ziel haben die Animatoren mit Vollzeitanstellung, die im Monat 50 Euro verdienen, in zwölf Monaten erreicht, bestätigen Christa und Ernst Servais voller Freude.

Um über die Organisation KIDSS in den Genuss eines Minikredits zu gelangen, muss der Farmer drei Bedingungen erfüllen. Zunächst muss er sich einem Studienkreis der zehn Animatoren anschließen, alsdann an den Weiterbildungen des Studienkreises teilnehmen, sowie eigene – wenn auch kleinste - Ersparnisse in den Sozialfond von Kidds einzahlen. Zusammen mit dem Nutznießer-Farmer übernimmt sein eigener Studienkreis die Kollektiv-Verantwortung, dass dieser Minikredit zurückbezahlt wird. Diesem Modell von Muhammad Yunus schloss sich auch KIDSS an. So kann der Farmer seine Pacht für eine erste Bananenernte, den Ankauf von Bananenstecklingen und die Düngemittel bezahlen.

Durch die plötzliche Verdoppelung der Ausfuhrpreise aus China und die Schließung der staatlichen Produktionsstätte vor Ort fehlt es den Bananenfarmern an Düngemitteln. „Ohne Dünger keine Ernte, ohne Ernte kein Geld - nur noch Schulden“, weist Ernst Servais auf das grundlegende Problem der Bauern hin. Bei privaten Fabriken erhalten die Bananenfarmer den Dünger zu Wucherpreisen.

Mit Unterstützung vieler ostbelgischer Spender und auch der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurden 25.000 Euro zusammengetragen. So konnte der indische Bischof wenige Tage später ein eigenes Düngerdepot einsegnen. Jeder Farmer erhält nun Dünger für seine Stauden in Form eines Minikredits. Diesen Dünger muss der Farmer nach der nächsten Ernte zurückzahlen. Das Geld steht dann andern Farmern zur Verfügung.

Das nunmehr aktuelle Projekt besteht darin, eine Fabrik zur Verarbeitung der Nebenprodukte zu bauen, die die Bananen in Chips verarbeitet. Das schafft neue Arbeitsplätze und ermöglicht dem Farmer ein Zusatzeinkommen für seine Familie und so auch die Möglichkeit, die Schulden der Pacht abzutragen. Dieses Projekt kostet schätzungsweise 90.000 €.

Spendenkonten
Kleine Spenden bitte auf das Konto der KBC 731-1002020-82. Spenden ab 30 Euro (steuerlich absetzbar) auf das Konto der König-Baudouin-Stiftung: 000-0000004-04. Vermerk: L82144 Bananenfarmer Kanyakumari. Weitere Infos unter Tel. 087/744674, e-Mail: servais.fort@skynet.be


Bananenfarmertag im Januar rief zur Einheit auf

Die Regierung hält uns gebeugt

Die Tamilen feiern an den drei ersten Tagen des neuen Jahres das Pongalfest, ein Fest des Dankes, vergleichbar mit dem Erntedankfest. Während sie am ersten Tag dem Sonnengott danken, ist der zweite Tag den Tieren, hauptsächtlich den Kühen, Ochsen und Ziegen gewidmet, die den Menschen bei der Landwirtschaft helfen, da sie den Pflug ziehen, die Erde düngen und den Familien Milch liefern.
Der dritte Tag steht ganz im Zeichen der Farmer. Dabei wird die Arbeit der Farmer gewürdigt, die die Bevölkerung ernähren. In diesem Jahr fand der Tag am 16. Januar statt und wurde als Gedenktag der Bananenfarmer in Anerkennung ihrer Arbeit gefeiert. Ziel des Tages war es die Farmer zu versammeln, um ihnen vor Augen zu führen, dass sie nicht alleine da stehen. Sie sollen sich ihrer Situation bewusst werden und bei der Regierung eine Lösung ihrer Probleme einfordern.
Während des Tages wurden die Probleme der Bananenfarmer im Distrikt Kanyakumari erforscht. Ein Redner meinte, dass die Farmer zu den Devisenreserven des Landes beitrügen aber von der Nation nicht beachtet würden. Die schweren Verluste trieben viele Farmer in den Selbstmord. Hilfsprogramme der Regierung würden wenig helfen, da die Diskrepanz zwischen den politischen Hilfsaktionen und der Wirklichkeit vor Ort sehr groß sei. Auch erreichten viele Zuschüsse die betroffenen Farmer nicht. Deshalb sei es wichtig, sich zusammenzuschließen, um für elementare Rechte kämpfen zu können. Ein anderer Redner brachte das Problem auf den Punkt: „Die Regierung hält uns gebeugt und erlaubt uns nicht, aufrecht zu gehen.“ Deshalb sei es wichtig, die Farmer zu stärken, um deren Forderungen gegenüber der Regierung mehr Nachdruck zu verleihen. Schließlich meinte der letzte Redner, dass die Farmer als „Diener Gottes“ mit Würde behandeln werden müssten. Er rief sie zur Einigkeit auf, um gemeinsam zur Entwicklung beizutragen.


Was mich motiviert?

Wir befragten einige Mitglieder der Vereinigung „Bananenfarmer Kanyakumari“ nach ihrer Motivation.

Alfred (60) und Renate (58) Renardy: „Wir wollen den Geldinstituten und Kapitalisten die Gesellschaft nicht alleine überlassen. Globalisierung bedeutet für uns, die soziale Dimension der Welt zu sehen.“

Karl (65) und Ursel (69) Miessen: „Aus Dankbarkeit für die Hilfe, die wir erfahren haben, engagieren wir uns für die Bananenfarmer und setzen uns deshalb für die Schwachen unserer Gesellschaft ein.“

Doris Donnez (82): „Ich war sehr betroffen vom Schicksal der Bananenfarmer und habe mich deshalb entschlossen, meinen Beitrag zu leisten.“

Raymond (58) und Bernadette (53) Brodel: „Wir setzen uns ein aus Solidarität mit den Schwächsten unserer Welt.“

Ernst Servais (77): „Ich habe immer auf der Seite der kleinen Leute gestanden, die keinen Namen haben. Von ihnen gibt es so viele. Es gibt Sinn, zusammen mit meiner Frau und anderen an einer Ecke dieser Welt etwas zu verändern.“

Christa Servais (63): „Ich setze mich ein aus einem Bedürfnis zu teilen, mit der Hoffnung auf mehr Gerechtigkeit. Es ist doch Zufall, dass wir in einem reichen Land leben dürfen, während andere in einem armen Land leben müssen. Das ist ungerecht und deshalb möchte ich mit diesen Menschen teilen.“


Spendenkonten

Kleine Spenden bitte auf das Konto der KBC 731-1002020-82.

Spenden ab 30 Euro (steuerlich absetzbar) auf das Konto der König-Baudouin-Stiftung: 000-0000004-04. Vermerk: "L82144 Bananenfarmer Kanyakumar"i.

Weitere Infos unter Tel. 087/744674, e-Mail: servais.fort@skynet.be oder auf der Website www.bananenfarmer.be.tc